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Kunsthistorischer Hintergrund:
Edvard Munch ist Norwegens grösster Künstler aller Zeiten. Er war en
umdiskutierter Gegenwartskünstler seiner Zeit, und wollte sich in einer
kleineren Stadt an der Küste, nach einem Aufenthalt in der Psykatrischen
Klinik in Kopenhagen, niederlassen. Der Grund dazu waren unter anderem die
Konflikte und der Druck in der Kunstscene in Oslo. In der Zeit in der er in
Kopenhagen und in Kragerø war, holte ihn mittlerweile die Anerkennung ein,
national und international. Er verkaufte gut, wurde von dem öffentlichen
Kunst-Norwegen und grösseren Sammlern (unter anderen Rasmus Meyer in Bergen
und von der Nationalgallerie) eingekauft, und hat den Wettbewerb um die
Aula-Dekoration in Oslo gewonnen. Dies gab den Startschuss zu den zwei
bekanntesten Werken, die er in Kragerø schaffte, „Die Sonne“ und „Die
Geschichte“. Zusätzlich benutzte er die Zeit in Kragerø, um einige seiner
besten Porträts von Freunden und Kontaktpersonen in der Kunstscene zu malen.
Er malte auch einige Bilder von dem Stadtleben in Kragerø und der
umliegenden Berglandschaft, die er besonders mochte. Viele meinen, dass er
seine Glanzzeit als Künstler in Kragerø hatte.
In Atle Næss Biografie über Munch können wir lesen: „Im Juni (1909) kommt
der Sommer in seiner ganzen Pracht nach Kragerø. Die Lokalzeitung meldet,
dass es mehr Makrellen gibt, als man sich erinnern kann. Im Garten auf
Skrubben in Kragerø summen die Insekten, der Löwenzahn blüht überall. (...)
Munch selbst sagt, dass seine Sinne so empfänglich und die Übungen so
vielseitig sind, dass alles zu Kunst wird. Sein Verwandter (Ravensberg) ist
ganz einig: Munch malt jetzt besser als je zuvor, seine angeregten Sinne
nehmen Eindrücke so feinfühlig und scharf wahr, dass seine Portraits av
Jappe und von Skrubbens Garten prachtvoll sind...“
Die Natur und die Ruhe der Kleinstadt kann auch dazu beigetragen haben, ihm
die Konzentration die er brauchte, um nach seinem psykotischen Zustand
wieder in Gang zu kommen, der ihn in die Klinik in Kopenhagen gebracht
hatte. Dass die Küstenstadt einen positiven Effekt für einen gefühlvollen
Künstler gehabt hat, kennen wir von der Kunstgeschichte her, und dies ist
auch im Jubiläumsjahr hervorzuheben. Es stellt sich die Frage: Was zieht
Künstler und Touristen nach Kragerø? Die Jubiläumsmarkierung kann diese
Zusammenhänge belichten. Gefühle und Sinneseindrücke der Künstler und das
Malerische kann dazu beitragen, das was wir alle für Kragerøs Natur und
Kleinstadtleben fühlen, zu illustrieren.
Lokalitäten und lokale Ressursen:
Das Jubiläum bevorzugt Aussenaktivitäten, wo man Kragerø und die Umgebung
mit „Munchs Augen“ sieht und in seinen Bildern, die er hier schaffte,
erleben kann. Zusätzlich wollen Kommunens Kulturinstitutionen die
Möglichkeit benutzen, Munch als Künstler, seine Zeit in Kragerø und andere
relatierte Themen zu präsentieren. Folgende Institutionen nehmen teil:
Kunstverein, Bibliothek, Gallerie Nicolines Haus, Legatsaal, Berg-Kragerø
Museum, Skåtøy Café und Gallerie, Isaks Bau, u.a.
Auch die Schulen sind involviert und nehmen am Jubiläum aktiv teil. Sie
tragen zu dem monatlichen Munch-Kalender, der eine Zusammenarbeit der
lokalen Zeitung KV, dem Munchjubiläum 2009 und den Schulen ist. Jeweils ein
von Munch in Kragerø gemaltes Bild wird abhängig von der Jahreszeit und mit
den Komentaren der Schüler präsentiert. Zusätzlich ist die historische
Wanderung „Perleraden“ in 2009, an Munchs Zeit in Kragerø geknüpft. Hier
machen die fünften Klassen der Gemeinde, Munch als Person und die Menschen
um ihn herum auf Skrubben in ausgewählten Scenen seines Lebens, lebendig.
Das
Nahbild eines Künstlers – Edvard Munch in Kragerø 1909-1915
Die Zeit in der Munch mit Kragerø verbunden war, war eine wichtige Periode
in seinem Leben und in seiner Kunst. Er wurde mehr und mehr anerkannt und
hat den Wettbewerb um die Ausschmückung der Aula der Universität in Oslo
gewonnen. Das war eine äusserst wichtige Aufgabe in der kurz zuvor
selbständig gewordenen norwegischen Kulturscene. Munch begann so die
Verwandlung von einem kontroversiellen Künstler in der norwegischen Kunst,
zu einem nationalen Ikon. In Kragerø malte er „Die Sonne“ und „Die
Geschichte“ für die Aula, und mit „Die Arbeiter im Schnee“ leitete er seine
monumentale Darstellung von arbeitenden Menschen. Dies sind sentrale Motive
in Munchs Produktion. Kragerø ist neben Oslo und Åsgårdstrand der Ort in
Norwegen, der die grösste Bedeutung für Munchs Kunst hat. Von der Zeit des
Malers in Kragerø gibt es unike schriftliche und fotografische Urkunden, die
der Nachwelt ein faszinierendes Nahbild seines Lebens und künstlerischen
Wirkens vermittelt. Ein Buch präsentiert dieses Material, das nicht nur
lokal Bedeutung hat, sondern allen einen neuen Einblick gibt, die an dem
berühmten Künstler interessiert sind.
Das Buch „Sonnenaufgang in Kragerø“, von dem Kunsthistoriker Hans-Martin
Flaaten, das im Auftrag des Munch-Jubiläums 2009 geschrieben wurde und eine
Zusammenarbeid zwischen der Kragerø Kommune und dem Kragerø und Skåtøy
Historischen Verein, den 14. Mai 2009 herausgegeben wird und man hier
bestellen kann.
Ins Deutsche übersetzt von Elke Karlsen |

 
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